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Diakonie: Finanzierung von Frauenhäusern bleibt weiterhin unbefriedigend

Das Unterstützungssystem für Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt werden, ist iin den meisten Bundesländern unterfinanziert, sodass die erforderlichen Leistungen und die notwendige Qualität nicht erbracht werden können. Darauf machte Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland, anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März aufmerksam.

Eine Weiterentwicklung des Hilfesystems sei kaum möglich. Hinzu kämen in den letzten Monaten immer mehr geflüchtete Frauen, die von Gewalt betroffen seien. Personalknappheit bringe zudem die Mitarbeiterinnen an ihre Grenzen, beschreibt Loheide die Situation in den Frauenhäusern."Vor allem in ländlichen Gegenden gibt es nicht genügend Frauenhäuser und Fachberatungsstellen. In Städten sind dafür die Wartezeiten lang." Da Häusliche Gewalt kein Kavaliersdelikt sei, sondern eine schwere Menschenrechtsverletzung, forderte sie: "Deutschland ist verpflichtet, aktiv dagegen vorzugehen und wirkungsvolle Maßnahmen zum Schutz der Opfer zu treffen."

Jährlich suchen nach Diakonieangaben in Deutschland etwa 16.000 Frauen mit fast ebenso vielen Kindern Zuflucht in einem Frauenhaus. Sie fliehen vor Ehemännern, Lebenspartnern oder Vätern, die sie schlagen, erniedrigen, beschimpfen, isolieren oder bedrohen. "Nicht selten wird ihnen in größter Not der Zugang zu Schutz und Hilfe aufgrund ungeklärter Finanzierungsfragen und bürokratischer Hürden erschwert oder gar verwehrt", sagt Loheide.

Seit Bestehen der Frauenhäuser in Deutschland 1976 sei die Finanzierung ein Problem. Die Bundesregierung müsse endlich die Initiative ergreifen und die Länder und Kommunen zu tragfähigen Lösungen verpflichten", betont Loheide. "Für uns heißt das: Ein einheitlicher Rechtsrahmen mit einem Rechtsanspruch auf Schutz und Hilfeleistungen für von Gewalt betroffene Frauen."

 


Quelle: Presseinformation der Diakonie Deutschland vom 6. März 2017

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