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Der Nachwuchs macht sich rar

31.07.2012

In gemeinnützigen Organisationen fehlen aktive junge Menschen

Vereine, Genossenschaften und Stiftungen in Deutschland haben Nachwuchsprobleme. In rund 60 Prozent der Vereine gibt es zu wenige Mitglieder und Engagierte zwischen 14 und 30 Jahren. 20 Prozent der Vereine haben überhaupt keine jungen Mitglieder. Vor allem in den ehrenamtlichen Leitungsfunktionen sind junge Menschen unterrepräsentiert. Das ergibt eine aktuelle Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), zu der über 3.100 Vereine, gGmbHs, Genossenschaften und Stiftungen – Organisationen des Dritten Sektors – in Deutschland beigetragen haben.

Vor allem in politisch ausgerichteten Vereinen sind kaum aktive junge Menschen zu finden. Auch in Vereinen, die in Großstädten agieren, treten junge Leute weniger häufig als Mitglied oder in der ehrenamtlichen Leitung in Erscheinung.

Das Fehlen junger Menschen macht sich besonders in den ehrenamtlichen Gremien bemerkbar. Mareike Alscher von der Projektgruppe Zivilengagement am WZB geht davon aus: Junge Menschen sind dann gar nicht in Vereinen präsent, wenn die zeitlichen und inhaltlichen Anforderungen, die mit dem Engagement verbunden sind, zunehmen. Im Bereich Kultur und Medien müssen 40 Prozent der Organisationen ganz ohne junge Menschen in Leitungspositionen auskommen.

Die Studie bestätigt die düstere Selbsteinschätzung von Vereinen, die befürchten, ihre ehrenamtlichen Gremien aufgrund von Überalterung künftig nicht mehr besetzen zu können. Allerdings trifft das nicht auf alle zu: 40 Prozent der Vereine gelingt es durchaus, junge Leute als Mitglieder und Engagierte für sich zu gewinnen. Bei einem Drittel der Vereine besetzen sie überdurchschnittlich viele ehrenamtliche Leitungspositionen. Vor allem Vereine aus dem Bereich Sport zeichnen sich durch eine junge Altersstruktur unter den Mitgliedern und Engagierten aus. Auch im ländlichen Raum haben die Vereine weniger Nachwuchssorgen, weil die Vereinsarbeit weniger mit anderen Freizeitaktivitäten konkurriert.

Um mehr junge Mitglieder zu gewinnen, müssten die Vereine ihre Werbestrategien verändern und häufiger auf mediale Formen wie Internet und soziale Medien setzen, die bislang nur von 25 Prozent genutzt werden. Auch zeitlich begrenzte Mitgliedschaften könnten jüngere Menschen eher ansprechen.

Die Studie wurde im Rahmen des Projekts „Jugendliche in zivilgesellschaftlichen Organisationen“ durch die Jacobs Foundation gefördert.

Die Studie ist abrufbar unter: www.wzb.eu/org2011

Quelle: Pressemitteilung der Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung gGmbH vom 31.07.2012
www.wzb.eu

Rubrik: Allgemeine Nachricht, Sozialarbeit allgemein, Sozialmanagement, Meldung Dritter


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